Dass wir Bären oder Rehe zu Besuch haben, ist ja weiter nichts Neues. Auch die Eich- und die Streifenhörnchen sind Teil unseres “Standard-Tierinventars” hier am Rande der Wildnis.
Das Verhalten der Tiere und die neuen “Mitbewohner” haben sich in den vergangenen Jahren aber reichlich ge-/verändert.
Zum einen haben sich die Waldmurmeltiere zahlreich vermehrt und sind derzeit bereits zu Viert im Brennholzstapel bei unserer Garage beheimatet. Da war offenbar noch genug offener Raum zwischen den Unterlagssteinen, dass sie ihre Höhle dort graben konnten. Auch zwischen den Felsen links und rechts neben dem Haus versuchen sie immer wieder eine Höhle zu graben. Teilweise braucht es Beton, um dies zu verhindern, teilweise genügen grosse Steine, welche in die Eingänge geschlagen werden müssen.
Im Bild hier sind 3 der 4 Murmeltiere zu sehen:
Bevor ihr nun weiter nach unten scrollt, versucht alle 3 zu finden (die Naturfarbe der Tiere hilft natürlich mit, sie zu verstecken).
Sie üben Klimmzüge und ziehen sich den Paletten entlang nach oben, bis sie oben von den Brettern den besten Überblick haben.
Hier nun die Auflösung des Rätsels: Oben auf den Brettern zwei (2) Tiere, unten am Palett eines (1).
Der 4. Bewohner hatte sich zu dieser Zeit hinter der Garage versteckt. Nun müssen wir schauen, dass wir diese Murmeli schön in Schach halten und immer genug weit weg vom Haus Höhlen graben lassen. Vor 9 Jahren hat ein Murmeli aus lauter Langeweile an unserem Auto alle Kabel durchgebissen und das war dann ein Totalschaden – nicht fürs Murmeli, sondern für unser Fahrzeug!
Doch auch die Eichhörnchen sind aktiv, zetern in den Bäumen und Büschen herum und landen gerne auch mal neugierig auf der Terrasse, um dann festzustellen, dass hier keine Nüsse wachsen. Trotzdem müssen wir die Salat-Setzlinge mit einem Gitter schützen, sonst würden sie von irgend einem Hörnchen ausgegraben oder als Nachtisch verspeist.
Ein neuer Mischling hat sich unter die Hörnchenfamilie gemischt.
Es ist kein Eichhörnchen, keine Maus und auch kein Streifenhörnchen und trotzdem mit allen Dreien irgendwie verwandt. Insbesondere der Schwanz ist für uns ein kleines Rätsel – vielleicht ein Mischling aus allen verschiedenen Hörnchen-Sorten?
Auch der Robin (Wanderdrossel) ist wieder äussert fleissig und baut jeden Tag ein neues Nest unter der Terrasse. Und jeden Tag räume ich es wieder weg, damit es tags darauf doch wieder dort ist, jetzt einfach 50 cm weiter rechts oder 2 m weiter links. Ich räume weg, er baut wieder. Dieser Vogel ist irgendwie nicht ganz lernfähig. Naja, jedem seinen Spass!
Herr und Frau Langohr haben sich auch dieses Jahr wieder gezeigt und erscheinen regelmässig irgendwo auf dem Fahrweg, auf einer Wiese oder unter dem Wohnwagen. Ein stiller “Verpfleger”, der uns im Moment keine Sorgen bereitet.
Zum guten Glück kreist regelmässig ein grosser Bold Eagle (Weisskopfadler) über unserem Grundstück und betreibt “Pest-Control” (Ungeziefer-Vernichtung). Mahlzeit dem Herrscher der Lüfte!
An einem Abend vor einer Woche versuchte ein Fuchs eines der kleinen Murmeli zu erwischen und schrich um die Holzbeige. Ein Fuchs in der Grösse eines Hundes! Ein solch grosses Exemplar haben wir hier noch nie gesehen. Leider musste er unverrichter Dinge in die Nacht abziehen und ist seit dann nicht mehr vorbeigekommen. Doch wer weiss schon, was nachts passiert – denn jetzt sind es offenbar nur noch 2 Murmeli-Kinder mit ihrer Mutter. Wie sagt man doch so schön im Militär: Neuer Bestand 3 – minus 1.
Alle 2 Tage ist meine beliebte “Fütterung der Wildtiere” fällig: Zuckerwasser für die Hummingbirds (Kolibri’s). Einmal schwirren 2 um den Glaszylinder, ein anders Mal sind alle 4 Sitze belegt und so werden jeden Tag zwischen 5 – 7 dl Zuckerwasser getrunken. Es ist jedes Jahr ein Spass, dem spannendes Spiel, welches diese winzigen Vögel miteinander machen, zuzuschauen.
Ein Vögelchen sitzt und trinkt, ein anderer kommt angeflogen und wird sogleich vertrieben. “Dieser Feeder gehört mir” scheint der Eine zu sagen. Doch wenn ein Vogel links sitzt, sieht er nicht, wenn ein anderer Hummi auf der gegenüberliegenden Seite sitzt. Also schleicht sich der andere Hummingbird geschickt von der anderen Seite an und beide trinken fröhlich gegenüber. Bei 4 Vögeln gleichzeitig wird die Sache dann schon etwas anspruchsvoller und der “Chef des Feeders” muss aufpassen, dass er nicht abgesetzt/abgelöst wird.
Ein besonderer Spass scheint es, wenn der Chef von einem anderen Hummi “zur Jagd” verführt wird. Dann jagt der Chef-Hummi hinter dem anderen her, während ein dritter Hummi rasch die Gelegenheit wahr nimmt, um etwas Zuckerwasser zu trinken. Meist jagen sich die ersten beiden einmal ums Haus herum, um sich danach bei der Verpflegung erschöpft am Feeder gegenüber zu sitzen. Gefährlich ist für uns Menschen diese “Jagd ums Haus” nur, weil man dann das Risiko eingeht, dass plötzlich ein Hummi in der Wange steckt, weil man in der “Jagdbahn” gestanden hat und die kleinen Strolche nicht rechtzeitig bremsen konnten. Bis heute haben wir in 12 Jahren nur ein Hummi-Opfer zu beklagen, weil ein Hummingbird mit mir zusammengestossen war und auf der Stelle tot zu Boden fiel. Ich stand ihm auf seiner Jagd offenbar im Weg! Dabei sind die Winzlinge zur 2 Gramm schwer, aber bei 50-60 km/h spielt Gewicht dann offenbar keine Rolle mehr.
Der Hummigbird ist übrigens der einzige Vogel, der rückwärts fliegen kann. Es ist ein besonderes Schauspiel, den kleinen Vögeln beim “Liebesbekundungen fliegen” zuzusehen. Da werden sogar Loopings und Sturzflüge vollführt, um die Angebete zu beeindrucken. Während der letzten Verpflegungsrunde waren zwei Vögelchen so hungrig, dass sie nicht warten konnten, bis ich den Feeder aufgehängt hatte. So hatte ich plötzlich einen Feeder mitsamt 2 Hummis in der Hand – und das 20 cm vor meinen Augen.
Wildtiererlebnisse – wunderbar – erstaunlich – beeindruckend und herrlich!
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