Close Encounter der speziellen Art

Naja, da staunt man nicht schlecht, wenn man unvermittelt “angeknurrt” wird, aufschaut und knapp 5-6 m neben einer ausgewachsenen Bärenmutter steht (einer braunen Schwarzbärin). Da wird einem schon etwas mulmig zumute, insbesondere, wenn man weiss, dass sie mit ihren beiden Jungen unterwegs ist.

Warum wir wissen, dass sie 2 junge Bärlein hat? Weil wir die drei Bären bereits Mitte letzter Woche angetroffen und beobachtet haben:

  • eine braune Schwarzbärin, ca. 1.8 m gross, schätzungweise ca. 90 kg
  • ein kleiner schwarzer Schwarbär, ca. 2-3 Monate alt, 60 cm, 4-5 kg
  • ein kleiner brauner Schwarzbär, ca. 2-3 Monate alt, 60 cm, 5-6 kg

Hier ein Bild der Schar, auf Futtersuche neben unserer Terrasse.

Als ich heute Kies auf dem Zufahrtweg verteilen wollte, lief ich seitwärts, teilweise rückwärts, auf dem Weg entlang gegen unser Eingangstor. Plötzlich vernahm ich links neben mir ein Knurren und als ich aufschaute, sah ich diese Bärin, knapp 6 m neben mir. Sie war offenbar genauso überrascht wie ich. Mein Bärentraining sagte mir “aufmerksam rückwärts aus dem Weg gehen”. Also packte ich Hacke und Schaufel und machte mich auf den Weg zurück ins Haus, die Bärin immer genau beobachtend. Sie wurde ruhig und frass weiter ihre Löwenzahnblumen. Alles im grünen Bereich 🙂

So nahe war ich in freier Wildbahn noch nie einem Bären begegnet. Wie sich nachher herausstellte, waren die beiden Jungen auf einem der Bäume hinter ihr am Herumklettern und in Sicherheit. Wären die beiden am Boden gewesen, hätte das leicht anders ausgehen können.

Die Bärenfamilie kommt alle 4-5 Tage auf unserem Grundstück vorbei und anhand der eindeutigen Spuren, kann man sie immer wieder an einem anderen Ort erkennen (Bärendreck-Haufen).

Die beiden Jungen sind diesen Frühling zur Welt gekommen und klettern für’s Leben gerne auf Bäume, aber tun das auch aus Sicherheit, weil sie von der Mutter von klein an so erzogen werden.

Die Mutter ernährt sich zur Zeit am liebsten von Löwenzahn-Blüten (den Lichtchen), von Klee und Lachsbeerblättern. Wenn dann die Beeren reif sind, werden Lachsbeeren, Himbeeren und Erdbeeren vertilgt, doch das dauert noch eine Weile, da diese Pflanzen gerade erst zu blühen begonnen haben. Auch ernähren sich die Kleinen noch nicht von Blüten und Blättern, sondern werden noch von der Mutter mit Nahrung versorgt. Aber Löwenzahnlichtchen umstossen hat auch seinen spielerischen Reiz.

Und so tollen sich die drei Bären nach fast einer Stunde wieder über unser Grundstück von Dannen. Ein Stacheldraht ist da überhaupt kein Hindernis.

Ein super Erlebnis!

Bärin, halte die Ohren steif und pass auf Deine Jungen auf!

 

 

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