Und hier steht es nun – unser selbstgebautes Haus ![]()
Es war ein intensives Jahr mit vielen Up’s und Down’s, freudigen Überraschungen
und traurigen Erlebnissen ![]()
Das Projekt ist soweit gelungen und die meisten Ziele, die wir uns gesteckt haben, konnten erreicht werden.
Wer kennt das Spiel nicht: Man steht auf einem Berggipfel und ruft zum Spass “Hallo…”, um dann das Echo von der gegenüberliegenden Bergflanke zu hören. Oder man sitzt in der Gondel eines Riesenrades, schaut nach unten und entdeckt Kollegen. “Hallooooo….”
Nun ja, da habe ich nicht schlecht gestaunt, als es da plötzlich aus dem Wald “Halloooo…” tönt. Doch da war niemand zu sehen — und wieder tönt es “Hallooo…” -> diesmal von einem Baumwipfel zu meiner Rechten.
Nun ist das wichtige Zwischenziel erreicht – am 15. Mai konnten wir unser Haus beziehen, mit ein paar baulichen Schwierigkeiten zwar, aber mit all unserer Habe. Für den Umzug brauchten wir mehrere Fahrten zwischen der vorherigen Bleibe und unserem neuen Heim, aber am Ende war alles hier in unseren eigenen vier Wänden.
Vor zwei Wochen bin ich durch ein seltsames Geräusch in meiner Arbeit unterbrochen worden – es klang wie ein kanadischer Bauer, der seinem alten Traktor starten will. Doch als dann das regelmässige Klopfgeräusch des Dieslmotors beginnen sollte, war es plötzlich wieder still. Fünf Minuten später begann es wieder von vorn. Wieder startete der Motor, um nach den ersten erfolgreichen Takten zu verstummen.
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Einige intensive Wochen liegen hinter uns, in denen wir weitere wichtige Schritte zur Vollendung des Hauses begonnen, fortgesetzt oder fertiggestellt haben.
– es gibt nun eine wunderschöne Treppe ins Obergeschoss und eine zweckmässige Treppe ins Untergeschoss
– die Geländer sind montiert
– das 2. grosse Fenster ist eingebaut
– die Gipswände sind zu 80% fertig eingebaut und grundiert
– die Badewanne hat fast alle Kacheln und der Boden im Badezimmer kann ebenfalls mit Fliesen gelegt werden
– die Küchenmöbel sind heute eingetroffen und bereit für den Einbau
Nun können wir also endlich heizen :))
Der kleine grüne Ofen steht zentral im Wohnzimmer und ermöglicht es uns, beide oberen Stockwerke zu heizen.
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Nun haben wir die erste Elektro-Inspektion erfolgreich bestanden und können mit der Isolation der Wände und Decken beginnen. Der Savety-Inspector hat die Grob-Verkabelung mit ein paar kleinen Korrekturen abgenommen und uns erlaubt, die einzelnen Schaltkreise und Sicherungsabschnitte in Betrieb zu nehmen.
Die Steckdosen und Schalter sind installiert und am kommenden Wochenende werden wir uns nach Vancouver auf den Weg machen, um Lampen und Möbel einzukaufen.
Nun befinden wir uns seit Ende Januar wieder in Canada und jeder versucht sich in seine neue Situation einzuleben – ist doch Vieles für uns alle neu:
– Carina geht in Williams Lake in die High-School (10th/11th-Grade)
– Fabio besucht in Horsefly die lokale Schule (7th Grade)
– Barbara arbeitet an ihrem eidg. Buchhalterkurs
und ich werke wieder in unserem Haus herum und versuche es so bald als möglich in einen “leb-baren Zustand” zu bringen. Das heisst nun in erster Linie die inneren Zwischenwände einzubauen und die elektrischen Leitungen zu verlegen.
Im Moment meint es das Wetter gut mit uns und es ist angenehm warm (zu warm für diese Jahreszeit!), aber für mich ideal, denn bei diesen Temperaturen kann man risikofrei elektrische Leitungen ziehen, Löcher bohren und an den Innenwänden arbeiten.
Nun, Bilder über die Art, wie man in unserem Haus Zwischenwände baut, findet ihr im Fotoblog, doch beim Einziehen der Elektrokabel komme ich mir vielmehr wie ein Schlangenbändiger, denn als Hausbauer vor. Die Auswirkungen von 110 V Leitungen bekommt man direkt zu spühren, denn das sind alles massive Kupferdrähte, die leicht einmal zwischen 15 und 40 Ampère aushalten müssen – doppelt soviel wie in Europa ![]()
Das Kabel für den Kochherd ist rund 20m lang, wiegt etwa 25kg und ist ein mehr als Daumen-dickes Kupferkabel mit 4 Adern. Der Anschluss fällt dementsprechend massiv aus und muss genau nach Vorschrift am Boden unten montiert werden (das einfache rote “BC-Electro Codebook” umfasst mehr als 150 Seiten Hinweise und Anleitungen über die Montage von Elektroleitungen in einem Haus).
-> die graue Steckdose in Bildmitte zeigt diese Dose ![]()
So werden nun Löcher in Böden und Wände gebohrt, Leitungen gezogen und quer durch die Bodenträger gelegt – immer mit dem Fokus, dass sie den Vorschriften entsprechend angebracht werden. Denn in wenigen Tagen wird der Elektro-Inspektor kommen und die grobe Verkabelung überprüfen und abnehmen. Dann wird sich zeigen, ob ich die Elektroschlangen richtig gebändigt habe ![]()
Danach stehen die Isolation des Daches (auf der Innenseite) und das Schliessen der Gebäudehülle an. Erst ab diesem Moment können wir beginnen, unsere Heizung in Betrieb zu nehmen. Parallel dazu werden sanitären Anlagen (Dusche, Bad, WC) und die Küche installiert (Kochherd, Kühlschrank, Abwaschtrog, etc.).
Doch zuerst werden in den nächsten zwei Wochen die Schulferien sein (ja, auch hier kennt man Ski-/Frühlingsferien) und das wird wohl einen zentralen Shoppingausflug nach Kamloops oder Vancouver zur Folge haben, damit wir noch Betten, Möbel, Lampen, etc. einkaufen können und da wollen unsere Kinder natürlich ein Wort mitreden ![]()
Also, bis bald wieder einmal – nach 2 Stunden mühsamer Internet-Verbindung per Modem muss ich nun aufhören – seeeyaaa
Die Koffer sind gepackt, die Flugtickets gelöst – morgen Samstag beginnt der 2. Teil unseres Canada-Abenteuers ![]()
Nun ist der erste Teil unseres Projektes für 2009 abgeschlossen und das Haus ist mit Türen und Fenstern versehen und für den Dezember/Januar wird Ruhe einkehren.
Heute habe ich bei -15°C die Koffer in meinen Truck geladen, den Trailer angehängt und mich auf den Weg nach Calgary gemacht, wo wir die beiden Fahrzeuge für den Winter einstellen und den Trailer anschliessend verkaufen werden.
Das Werkzeug ist im Keller und wartet darauf, im Februar wieder aktiv zum Einsatz zu kommen.
Beim Schein der Stirnlampe habe ich gestern Abend noch das Vordach zur Haustüre fertiggestellt und mit ArmerDeck-Folie überzogen, damit das Wasser nicht gegen die Haustüre spritzt (leider gibt es kein Bild davon, da es zu dunkel war).
Noch liegen Sägemehlhäufchen der letzten Aktivitäten überall im Hause verstreut am Boden:
– von den Brettern, die fürs Dach zugeschnitten wurden
– von den Kabelkanälen, die wir in die Log’s schneiden mussten, um darin die Kabel verlegen zu können
– von den letzten grossen Türen zur Sonnenterrasse, für die zuerst die Öffnungen in der Logwand vergrössert werden mussten bevor sie angeschlagen wurden
Falls Ihr Euch für den Geschmack von Zedernholz interessiert, ich habe unser Haus in Einzelteilen (sprich als Zedernsägemehl) in Beutel abgepackt und in die Koffer für nach Hause gepackt. Gerne werde ich Euch ein Muster zur Geruchsprobe zur Verfügung stellen, denn es liegen noch mehr Häufen dieses wunderbaren Holzes als Sägespäne in unserem Haus.
-> Übrigens:
Zedernholzbeutel wurden früher gegen Motten in die Kleiderschränke gelegt. Damit vertreibt man die Motten, ähnlich wie mit den Lavendelbeuteln aus Südfrankreich.
So sieht das Haus im Moment aus:
Noch viel bleibt zu tun, bis das Haus bewohnbar sein wird. Also packen wir diese Arbeiten um Neuen Jahr 2010 mit Elan an, damit wir ab Ende April in unser Haus einziehen können.
Zum Abschluss möchte ich allen danken, die zum Gelingen des ersten Teils beigetragen haben. Speziell erwähnen möchte ich Beat und Esthi Oschwald, die mich auf unzählige Arten und mit viel Humor, gutem Essen und herzlichem Goodwill unterstützt haben. Dank gebührt aber auch Mike Odermatt und Anke Krause, die mit ihren Ideen die Gestaltung des Hauses und den Bau massgeblich beeinflusst haben.
Und dann sind da die zahlreichen Leute nicht zu vergessen, die mich im Hintergrund und mit aufmunternden Worten meine Moral unterstützt haben:
Meine Eltern, meine Geschwister Marco und Marina und natürlich meine Familie, die mich mit aufmunternden Telefongesprächen mit Mut und neuen Ideen versorgt haben.
Aber auch die unzähligen Kommentare und Mail’s seien an dieser Stelle verdankt, die mich in meiner Zeit hier in Horsefly erreicht und mit Wissenswertem, mit Ideen, guten Tipps und Humor versorgt haben.
Herzlichen Dank an alle und frohe Festtage ![]()
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